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Equity Crowdfunding: So investieren Sie in Startups

Equity Crowdfunding ist der Weg, über den Privatanleger sich an nicht börsennotierten Unternehmen beteiligen, meist an Startups in der Seed- oder Wachstumsphase, teils auch an etablierten Mittelständlern. Die Finanzierungsrunden stehen allen Anlegern offen, die Mindestbeträge liegen oft bei einigen hundert Euro.

Das Prinzip ist einfach, die Anlageklasse aber anspruchsvoll. Sie kaufen Beteiligungen, für die es keinen Börsenkurs und meist über viele Jahre keine Verkaufsmöglichkeit gibt. Geld verdienen Sie in erster Linie, wenn das Unternehmen später verkauft wird oder an die Börse geht. Scheitert es, ist der Einsatz in der Regel verloren.

Worauf Sie bei der Plattform achten sollten

Zwei Details zählen mehr als die Präsentation eines einzelnen Startups. Erstens die Beteiligungsform: Sind Sie direkt Gesellschafter, halten Sie Anteile über einen Treuhänder oder zeichnen Sie ein Nachrangdarlehen mit Exit-Beteiligung, wie es in Deutschland und Österreich verbreitet ist? Zweitens das Reporting nach der Runde: Erhalten Sie regelmäßig Zahlen und Updates, oder hören Sie nach der Zeichnung nichts mehr vom Unternehmen?

Einen Vergleich der von uns am besten bewerteten Anbieter, etwa Conda und Invesdor, finden Sie in der Liste unten.

Sortierung
Gesamtwertung ↓

Zusammengesetzt aus verifizierten Anlegerbewertungen, redaktioneller Prüfung und regulatorischem Status.

Diese Rangliste enthält Werbung und Affiliate-Links; kommerzielle Partnerschaften beeinflussen die Platzierungen und Bewertungen.

Vorteile
  • Beteiligung an Startups und Wachstumsunternehmen schon ab kleinen Beträgen
  • Möglichkeit, gemeinsam mit Business Angels und Wagniskapitalgebern zu investieren
  • Hohe Gewinnchancen bei erfolgreichem Exit
  • Regelmäßige Unternehmensberichte bei guten Plattformen
Risks
  • Auf Ebene des einzelnen Unternehmens ist der Totalverlust ein häufiges Ergebnis
  • Fünf bis zehn Jahre bis zu einem möglichen Exit
  • Keine oder nur geringe laufende Erträge
  • Kaum Verkaufsmöglichkeit vor dem Exit
How to choose

Picking a platform in «Equity Crowdfunding: So investieren Sie in Startups».

Auswahlprozess der Plattform

Bevorzugen Sie Plattformen mit gründlicher Prüfung der Unternehmen, offen kommunizierten Ablehnungsquoten und glaubwürdigen Mitinvestoren. Wenn Business Angels oder Wagniskapitalfonds zu denselben Konditionen einsteigen, ist das ein gutes Zeichen. Wenn die Crowd die einzige Geldquelle ist, sollten Sie genauer hinschauen.

Beteiligungsform verstehen

Ein qualifiziertes Nachrangdarlehen ist rechtlich ein Kredit, der im Insolvenzfall hinter allen anderen Gläubigern steht. Bei direkten Anteilen sind Sie Gesellschafter mit den entsprechenden Rechten, oft gebündelt über einen Pool. Beide Formen können beim Exit am Wertzuwachs beteiligen, unterscheiden sich aber bei Mitsprache, Laufzeit und Kündigung. Hintergründe erklärt unser Ratgeber zu Nachrangdarlehen.

Bewertung und Konditionen

Eine überhöhte Einstiegsbewertung frisst spätere Gewinne auf. Vergleichen Sie die Bewertung mit Umsatz, Wachstum und ähnlichen Unternehmen. Achten Sie auf Klauseln zu Folgefinanzierungen, Verwässerung und Mitverkaufsrechten.

Informationen nach der Runde

Fragen Sie vor der Zeichnung, wie oft das Unternehmen berichtet und was die Plattform unternimmt, wenn Berichte ausbleiben. Einige Anbieter bündeln die Rechte der Anleger in einem Pool und vertreten sie gegenüber dem Unternehmen, andere überlassen das jedem Einzelnen. Das macht einen Unterschied, wenn es um Folgefinanzierungen oder einen Verkauf geht.

Streuung und Zeithorizont

Bauen Sie ein Portfolio aus 15 oder mehr Unternehmen auf. Die Rendite im Equity-Crowdfunding entsteht durch wenige Gewinner, nicht durch den Durchschnitt. Investieren Sie nur Geld, das Sie fünf bis zehn Jahre nicht benötigen und notfalls vollständig verlieren können.

Regulierung

Plattformen mit EU-Lizenz nach der ECSP-Verordnung müssen ein Anlagebasisinformationsblatt je Angebot bereitstellen, bei unerfahrenen Anlegern einen Kenntnistest durchführen und eine viertägige Bedenkzeit einräumen. Innerhalb dieser Frist können Sie ohne Angabe von Gründen widerrufen.

Steuern in Deutschland

Zinsen und Gewinnbeteiligungen aus Nachrangdarlehen sowie Veräußerungsgewinne aus Beteiligungen unter 1 % sind Kapitalerträge mit 25 % Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag. Ausländische Plattformen führen meist keine Steuer ab, deshalb gehören die Erträge in die Anlage KAP.

FAQ

Häufige Fragen.

Was ist Verwässerung und warum ist sie wichtig?

Wenn ein Unternehmen in einer neuen Finanzierungsrunde frisches Kapital aufnimmt, werden neue Anteile ausgegeben. Ihr prozentualer Anteil sinkt, sofern Sie nicht nachinvestieren. Über mehrere Runden kann Ihr Anteil beim Exit deutlich kleiner sein als beim Einstieg. Das ist normal und nicht automatisch schlecht, wenn der Unternehmenswert stärker steigt. Prüfen Sie trotzdem, welche Schutzklauseln Ihr Vertrag enthält.

Ab welchem Betrag kann ich in Startups investieren?

Viele Plattformen ermöglichen den Einstieg ab einigen hundert Euro pro Unternehmen, manche schon ab 100 €. Der genaue Mindestbetrag hängt von Plattform und Runde ab. Wichtiger als der Mindestbetrag ist die Frage, wie viele Beteiligungen Sie mit Ihrem Budget eingehen können. Mit 15 oder mehr Unternehmen steigt die Chance, dass einzelne Erfolge die Verluste ausgleichen.

Was passiert mit meinem Geld, wenn das Startup insolvent wird?

In den meisten Fällen ist die Investition dann verloren. Bei Nachrangdarlehen werden Sie erst bedient, nachdem alle anderen Gläubiger befriedigt sind, bei Gesellschaftsanteilen sind Sie ohnehin nachrangig. Ein Insolvenzverfahren bringt Kleinanlegern deshalb selten nennenswerte Rückflüsse. Eine Einlagensicherung gibt es nicht.

Wie werden Startup-Investments in Deutschland versteuert?

Zinsen und Gewinnbeteiligungen aus Nachrangdarlehen sowie Veräußerungsgewinne aus kleinen Beteiligungen unter 1 % sind Einkünfte aus Kapitalvermögen. Es fallen 25 % Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer an, der Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € pro Person wird berücksichtigt. Bei ausländischen Plattformen tragen Sie die Erträge selbst in die Anlage KAP ein.

Ist Equity Crowdfunding in Deutschland reguliert?

Ja. Plattformen brauchen seit November 2023 eine Zulassung nach der europäischen ECSP-Verordnung oder eine andere Erlaubnis, etwa als Wertpapierinstitut. In Deutschland ist die BaFin zuständig, ausländische Anbieter mit EU-Lizenz dürfen deutsche Anleger ebenfalls bedienen. Die Regulierung sorgt für Informationspflichten und Anlegerschutzregeln, eine Garantie für den Erfolg der Unternehmen ist sie nicht.

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