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KMU-Crowdlending: In Kredite an Unternehmen investieren

Beim KMU-Crowdlending leihen Privatanleger ihr Geld kleinen und mittleren Unternehmen. Oft sind das Firmen, für die ein Bankkredit zu langsam oder zu unflexibel ist, die für Wagniskapital aber zu etabliert sind. Finanziert werden Betriebsmittel, Maschinen, Rechnungen, Lagerbestände, Übernahmen oder kurzfristige Wachstumsvorhaben. Der Fachbegriff dafür lautet auch P2B-Kredite (Peer-to-Business).

Die Risiken unterscheiden sich stark. Eine Rechnungsfinanzierung gegenüber einem zahlungsstarken Abnehmer ist etwas anderes als ein unbesichertes Wachstumsdarlehen an ein junges Unternehmen in einer konjunkturabhängigen Branche. Entsprechend breit ist die Spanne der Zinsen: von mittleren einstelligen Werten bei gut besicherten Darlehen bis zu zweistelligen Sätzen bei riskanteren Tranchen.

Was Sie vergleichen sollten

Drei Kennzahlen verraten das meiste über eine Plattform: wie sie die Bonität der Unternehmen prüft und ob diese Methodik offengelegt ist, wie sie bei Zahlungsausfällen vorgeht, und welcher Anteil des Kreditbuchs aktuell im Verzug oder ausgefallen ist. Die Offenheit bei diesen Zahlen ist sehr unterschiedlich. Zu den Anbietern in diesem Segment gehört etwa Maclear, das besicherte Darlehen an europäische KMU vermittelt.

Sortierung
Gesamtwertung ↓

Zusammengesetzt aus verifizierten Anlegerbewertungen, redaktioneller Prüfung und regulatorischem Status.

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Vorteile
  • Direkte Finanzierung kleiner und mittlerer Unternehmen
  • Tilgungsdarlehen bringen monatlich Kapital und Zinsen zurück
  • Zinsen oft über dem Niveau von Konsumenten- oder Immobilienkrediten
  • Teilweise mit Sicherheiten wie Grundschulden, Maschinen oder Bürgschaften
Risks
  • Ausfallquoten steigen in Rezessionen deutlich
  • Bei unbesicherten Darlehen wird im Ausfall oft wenig zurückgeholt
  • Konzentrationsrisiko in konjunkturabhängigen Branchen
  • Beitreibung kann Monate bis Jahre dauern
  • Keine Einlagensicherung
How to choose

Picking a platform in «KMU-Crowdlending: In Kredite an Unternehmen investieren».

Bonitätsprüfung und Transparenz

Wer bewertet die Kreditwürdigkeit, nach welchen Kriterien, und wie gut haben sich frühere Bewertungen bewährt? Gute Plattformen veröffentlichen die Ausfallquoten nach Risikoklasse und nach Jahrgang (Vintage). Wer nur einen Durchschnittswert über alle Jahre zeigt, kann schlechte Jahrgänge verstecken.

Sicherheiten

Viele KMU-Kredite sind nur durch eine persönliche Bürgschaft des Geschäftsführers abgesichert. Besser sind Grundschulden, Sicherungsübereignung von Maschinen oder Fahrzeugen, abgetretene Forderungen oder Bankbürgschaften. Prüfen Sie, wie die Sicherheiten bewertet und im Ernstfall verwertet werden und wer die Kosten dafür trägt.

Branchen- und Länderstreuung

Gastronomie, Einzelhandel und Bau reagieren besonders stark auf Konjunktureinbrüche. Achten Sie darauf, dass Ihr Portfolio nicht in wenigen Branchen oder einem einzigen Land konzentriert ist. Verteilen Sie Ihr Kapital auf möglichst viele Unternehmen, idealerweise 25 oder mehr.

Tilgungsstruktur

Annuitätendarlehen zahlen monatlich Zins und Tilgung zurück, Ihr Risiko sinkt mit jeder Rate. Endfällige Darlehen zahlen das Kapital erst am Ende zurück, dort ist das Ausfallrisiko bis zum letzten Tag voll vorhanden.

Inkasso und Verwertung

Fragen Sie, wie lange Beitreibungsverfahren bei der Plattform typischerweise dauern und welche Quote bisher zurückgeholt wurde. Einige Anbieter unterhalten Rücklagen- oder Provisionsfonds, die bei Verzug Zinsen überbrücken. Solche Fonds decken in der Regel nicht den vollständigen Kapitalverlust.

Regulierung

Plattformen in der EU brauchen eine Lizenz nach der ECSP-Verordnung. Anbieter außerhalb der EU, etwa in der Schweiz, unterliegen anderen Regeln. Prüfen Sie im Einzelfall, welche Aufsicht zuständig ist und ob Kundengelder getrennt vom Vermögen der Plattform verwahrt werden. Das schützt Ihr Guthaben, falls die Plattform selbst in Schwierigkeiten gerät.

Steuern in Deutschland

Zinsen aus Crowdlending sind Einkünfte aus Kapitalvermögen: 25 % Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag, gegebenenfalls Kirchensteuer. Ausländische Plattformen behalten meist keine deutsche Steuer ein, Sie tragen die Erträge deshalb in die Anlage KAP ein. Ausgefallene Forderungen lassen sich seit dem Jahressteuergesetz 2024 wieder ohne Obergrenze mit anderen Kapitalerträgen verrechnen. Details im Ratgeber Crowdlending und Steuern.

FAQ

Häufige Fragen.

Sind KMU-Kredite auf Crowdlending-Plattformen besichert?

Das hängt von Plattform und Projekt ab. Viele Darlehen sind nur durch eine persönliche Bürgschaft des Geschäftsführers abgesichert, andere durch Grundschulden, Maschinen, Fahrzeuge oder abgetretene Forderungen. Lesen Sie in der Projektbeschreibung genau nach, welche Sicherheit es gibt, welchen Rang sie hat und wie sie bewertet wurde. Eine Bürgschaft ist nur so viel wert wie das Vermögen des Bürgen.

Welche Ausfallquote ist bei KMU-Crowdlending realistisch?

Die Quoten unterscheiden sich stark nach Plattform, Land, Sicherheiten und Konjunkturphase. In Rezessionen steigen sie deutlich. Verlassen Sie sich nicht auf Durchschnittswerte, sondern schauen Sie sich die veröffentlichten Statistiken nach Jahrgang und Risikoklasse an. Rechnen Sie in Ihrer Planung bewusst mit Ausfällen und ziehen Sie diese von der beworbenen Rendite ab.

Wie hoch sind die Zinsen bei Unternehmenskrediten?

Gut besicherte Darlehen an etablierte Unternehmen bieten meist moderate Zinsen, unbesicherte oder nachrangige Darlehen an junge Firmen deutlich mehr. Zweistellige Zinssätze sind im Segment verbreitet, spiegeln aber ein höheres Ausfallrisiko wider. Vergleichen Sie nie nur den Zinssatz, sondern immer Zins, Sicherheit, Laufzeit und Bonität zusammen.

Was passiert, wenn ein Unternehmen nicht mehr zahlt?

Die Plattform oder ein beauftragtes Inkassounternehmen mahnt, verhandelt eine Umschuldung oder verwertet die Sicherheiten. Bei einer Insolvenz melden die Anleger ihre Forderungen über die Plattform zur Tabelle an. Das kann Monate bis Jahre dauern. Wie viel zurückkommt, hängt vor allem von der Qualität der Sicherheiten ab. Bei unbesicherten Darlehen ist die Quote oft gering.

Wie werden Zinsen aus KMU-Crowdlending versteuert?

Zinsen sind Einkünfte aus Kapitalvermögen und unterliegen 25 % Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Der Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € pro Person bleibt steuerfrei. Ausländische Plattformen behalten meist keine deutsche Steuer ein, deshalb geben Sie die Erträge in der Anlage KAP an. Endgültige Ausfälle können Sie mit anderen Kapitalerträgen verrechnen.

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