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Crowdlending Deutschland 2026: P2P-Kredite für deutsche Anleger

Crowdlending in Deutschland hat zwei Seiten: Es gibt deutsche Plattformen unter BaFin-Aufsicht, und es gibt die großen P2P-Marktplätze aus dem Baltikum, Kroatien oder Irland, die deutsche Anleger ebenfalls annehmen. Beide funktionieren ähnlich, unterscheiden sich aber bei Rechtsform, Aufsicht und Steuerabwicklung deutlich.

Deutsche Anbieter wie Exporo und Bergfürst haben eine BaFin-Lizenz nach der EU-Crowdfunding-Verordnung (ECSP). Sie finanzieren vor allem Immobilienprojekte, dazu Energie- und Unternehmensprojekte, meist über Nachrangdarlehen oder Anleihen. Anbieter wie bettervest vermitteln Projekte als vertraglich gebundener Vermittler eines Wertpapierinstituts. Klassische P2P-Kredite an Privatpersonen, bei denen Sie Anteile an vielen kleinen Konsumentenkrediten kaufen, finden Sie dagegen fast nur bei ausländischen Plattformen wie Mintos, PeerBerry oder Lendermarket.

Auf dieser Seite sehen Sie die Plattformen, die für Anleger mit Wohnsitz in Deutschland zugänglich sind, sortiert nach unserer Gesamtbewertung. Darunter erklären wir, worauf Sie bei P2P-Krediten in Deutschland achten sollten: Aufsicht, Anlegerschutz und die Steuer in der Anlage KAP.

Risikohinweis: Crowdlending ist keine Einlage. Es gibt keine Einlagensicherung, und Wertpapiere aus Crowdfunding sind nach Angaben der Plattformen auch nicht durch die Anlegerentschädigung geschützt. Teil- und Totalverluste sind möglich.

Sortierung
Gesamtwertung ↓

Zusammengesetzt aus verifizierten Anlegerbewertungen, redaktioneller Prüfung und regulatorischem Status.

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Vorteile
  • Deutsche Plattformen mit BaFin-Lizenz, deutschem Vertragsrecht und deutschsprachigem Service
  • ECSP-Schutzmechanismen: Kenntnistest, Anlagebasisinformationsblatt, vier Tage Bedenkzeit
  • Viele EU-Plattformen dürfen deutsche Anleger per EU-Pass bedienen
  • Zinsen deutlich über Tagesgeld, Einstieg ab 1 bis 250 €
  • Verluste aus Kreditausfällen sind steuerlich ohne Jahresgrenze verrechenbar
Risks
  • Keine Einlagensicherung und keine Anlegerentschädigung für Crowdfunding-Wertpapiere
  • Deutsche Angebote sind überwiegend nachrangig, ohne Vorrang im Insolvenzfall
  • Ausländische Plattformen führen keine Abgeltungsteuer ab, Erklärung über Anlage KAP nötig
  • Mehrere populäre P2P-Plattformen haben keine EU-Finanzlizenz
  • Projektverzögerungen und lange Verwertungen sind im Immobiliensegment häufig
How to choose

Picking a platform in «Crowdlending Deutschland 2026: P2P-Kredite für deutsche Anleger».

BaFin, ECSP und Anlegerschutz

Seit dem 10. November 2023 dürfen Crowdfunding-Plattformen in der EU nur noch mit einer Lizenz nach der Verordnung (EU) 2020/1503 arbeiten. In Deutschland erteilt die BaFin diese Lizenz; mit ihr darf eine Plattform ihre Dienste in der ganzen EU anbieten. Für Sie als Anleger bringt das konkrete Schutzmechanismen: Als „nicht kundiger Anleger“ absolvieren Sie vor der ersten Investition einen Kenntnistest. Wollen Sie mehr als 1.000 € oder mehr als 5 % Ihres Nettovermögens in ein einzelnes Projekt stecken, erhalten Sie einen Risikohinweis. Nach jedem Angebot haben Sie eine Bedenkzeit von vier Kalendertagen, in der Sie ohne Begründung widerrufen können. Zu jedem Projekt gibt es ein standardisiertes Anlagebasisinformationsblatt.

Ausländische P2P-Plattformen

Ausländische Anbieter mit ECSP-Lizenz, etwa Lendermarket (Irland), Profitus, InRento und Crowdpear (Litauen) oder Civislend und Urbanitae (Spanien), dürfen deutsche Anleger über den EU-Pass bedienen. Mintos, Twino und Debitum sind lettische Wertpapierfirmen nach MiFID II. Mehrere beliebte Plattformen wie PeerBerry, Robocash, Esketit oder Monefit SmartSaver arbeiten dagegen ohne EU-Finanzlizenz; sie nehmen deutsche Kunden zwar an, unterliegen aber keiner Finanzaufsicht. Wer auf Aufsicht Wert legt, prüft den Status vor der Anmeldung im ESMA-Register.

Steuern: Anlage KAP statt Abgeltungsteuer an der Quelle

Zinsen aus Crowdlending sind Einkünfte aus Kapitalvermögen. Es gelten 25 % Abgeltungsteuer, darauf 5,5 % Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Der Sparer-Pauschbetrag beträgt 1.000 € pro Person, 2.000 € bei Zusammenveranlagung. Ausländische Plattformen führen keine deutsche Steuer ab: Sie tragen die Zinsen in der Anlage KAP als ausländische Kapitalerträge ein. Mintos behält 5 % lettische Quellensteuer ein, wenn Sie eine Ansässigkeitsbescheinigung hinterlegen. Ausfälle von Krediten können Sie als Verlust aus Kapitalforderungen mit anderen Kapitalerträgen verrechnen; die frühere Obergrenze von 20.000 € pro Jahr steht nicht mehr im Gesetz. Details erklärt unser Ratgeber zur Besteuerung von Crowdlending.

Nachrangdarlehen verstehen

Viele deutsche Crowdinvesting-Angebote sind Nachrangdarlehen mit qualifiziertem Rangrücktritt. Gerät der Emittent in Schwierigkeiten, darf er nicht zurückzahlen, wenn das seine Insolvenz auslösen würde. Anleger stehen hinter allen anderen Gläubigern. Das rechtfertigt höhere Zinsen, macht aber Grundbuchsicherheiten und die Bonität des Projektträgers umso wichtiger. Mehr dazu im Ratgeber Nachrangdarlehen.

Praktische Auswahlkriterien

  • Deutschsprachige Oberfläche und Kundenservice
  • Veröffentlichte Ausfall- und Verzugsquoten, nicht nur Erfolgsgeschichten
  • Mindestanlage passend zu Ihrer geplanten Streuung
  • Jährliche Steuerbescheinigung oder Ertragsübersicht für die Anlage KAP
  • Zweitmarkt oder zumindest kurze Laufzeiten, wenn Sie flexibel bleiben wollen
Comparison

How it stacks up.

PlattformSitzSchwerpunktMindestanlageAufsicht
ExporoDeutschlandImmobilien, PhotovoltaikprojektabhängigECSP (BaFin)
BergfürstDeutschlandImmobilien, Infrastruktur10 €ECSP (BaFin)
bettervestDeutschlandEnergieeffizienz, erneuerbare Energien50 €vertraglich gebundener Vermittler (Effecta GmbH)
CompanistoDeutschlandStart-ups, Wachstumsunternehmen250 €k. A.
DagobertinvestÖsterreichImmobilien100 €ECSP (FMA)
MintosLettlandKonsumenten- und Unternehmenskredite, Anleihen, ETF10 € (Kredite)MiFID II (Latvijas Banka)
LendermarketIrlandKonsumentenkredite (Creditstar)10 €ECSP (Central Bank of Ireland)
ProfitusLitauenbesicherte Immobilienkredite100 €ECSP (Bank of Lithuania)
PeerBerryKroatienKonsumenten- und Immobilienkredite10 €keine EU-Lizenz (ECSP beantragt)
Go & Grow (ex Bondora)EstlandKonsumentenkredit-Pool1 €keine Anlegeraufsicht

Stand: September 2026, Angaben laut Anbieter.

Einordnung: Deutsche Plattformen punkten mit BaFin-Aufsicht, deutschem Recht und Service auf Deutsch. Exporo hat nach eigenen Angaben über 1,17 Mrd. € vermittelt und mehr als 800 Mio. € an Anleger zurückgezahlt; einzelne Projekte laufen aber mit Verzögerung. Die Zinsen deutscher Angebote liegen meist unter denen baltischer P2P-Marktplätze, dafür sind die Projekte größer und transparenter dokumentiert. Bettervest hat laut eigener Angabe rund 30 Mio. € in 150 Energieprojekte in 24 Ländern vermittelt, bei einem durchschnittlichen Zins von 6,9 % (Stand Dezember 2025). Wer breit gestreute P2P-Kredite mit kleinen Beträgen sucht, kommt an ausländischen Anbietern kaum vorbei und sollte dort besonders auf Lizenz und Kreditgeber achten. Einen Überblick über alle Anbieter bietet der P2P-Plattformen Vergleich, speziell zu Immobilien das Immobilien-Crowdfunding.

FAQ

Häufige Fragen.

Ist Crowdlending in Deutschland legal?

Ja. Anleger mit Wohnsitz in Deutschland dürfen über deutsche und ausländische Plattformen Kredite vergeben bzw. Crowdfunding-Anlagen zeichnen. Plattformen, die in Deutschland Crowdfunding-Dienstleistungen anbieten, brauchen eine Lizenz nach der EU-Crowdfunding-Verordnung, entweder von der BaFin oder von der Aufsicht eines anderen EU-Landes. Einige ausländische P2P-Marktplätze arbeiten ohne solche Lizenz; das ist für Anleger nicht verboten, bedeutet aber fehlende Aufsicht.

Welche P2P-Plattformen akzeptieren deutsche Anleger?

Die meisten großen europäischen Plattformen nehmen Anleger aus Deutschland an, darunter Mintos, PeerBerry, Robocash, Lendermarket, Twino, Esketit, Profitus, InRento und Estateguru, dazu die deutschen Anbieter Exporo, Bergfürst und bettervest. Voraussetzung sind meist ein Mindestalter von 18 Jahren, ein Konto in einem SEPA-Land und eine Identitätsprüfung per Ausweis. Deutschsprachige Oberflächen bieten längst nicht alle.

Wie werden P2P-Kredite in Deutschland versteuert?

Zinsen sind Einkünfte aus Kapitalvermögen und unterliegen 25 % Abgeltungsteuer plus 5,5 % Solidaritätszuschlag, gegebenenfalls Kirchensteuer. Bis zum Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € (2.000 € für Verheiratete) bleiben Kapitalerträge steuerfrei. Ausländische Plattformen ziehen keine deutsche Steuer ab, deshalb geben Sie die Zinsen in der Anlage KAP an. Ausgefallene Kredite können Sie als Verlust mit anderen Kapitalerträgen verrechnen.

Muss ich Zinsen von Mintos, PeerBerry & Co. in der Steuererklärung angeben?

Ja. Da ausländische Plattformen keine deutsche Abgeltungsteuer einbehalten, müssen Sie die Erträge selbst in der Anlage KAP eintragen, auch wenn sie unter dem Sparer-Pauschbetrag liegen und Sie diesen bereits bei einer deutschen Bank per Freistellungsauftrag nutzen. Die Plattformen stellen dafür jährliche Kontoauszüge oder Steuerberichte bereit. Einbehaltene ausländische Quellensteuer, etwa die 5 % bei Mintos, kann unter Umständen angerechnet werden.

Beaufsichtigt die BaFin ausländische P2P-Plattformen?

Nein. Zuständig ist die Aufsicht im Sitzland: bei Mintos die lettische Zentralbank, bei Lendermarket die Central Bank of Ireland, bei Profitus die Bank of Lithuania. Durch den EU-Pass dürfen diese Plattformen in Deutschland tätig sein, ohne eine zusätzliche BaFin-Lizenz zu benötigen. Plattformen ganz ohne Lizenz beaufsichtigt niemand. Die BaFin veröffentlicht jedoch Warnungen, wenn Anbieter unerlaubt Geschäfte in Deutschland betreiben.

Gibt es deutsche P2P-Plattformen für Privatkredite?

Reine P2P-Marktplätze für Konsumentenkredite, auf denen Privatanleger Anteile an vielen kleinen Privatkrediten kaufen, spielen in Deutschland heute kaum eine Rolle. Deutsche Crowdlending-Plattformen konzentrieren sich auf Immobilien, erneuerbare Energien und Unternehmen. Wer in Konsumentenkredite investieren möchte, nutzt in der Praxis ausländische Anbieter wie Mintos, PeerBerry oder Lendermarket.

Wie viel darf ich pro Projekt investieren?

Die EU-Crowdfunding-Verordnung kennt keine harte Obergrenze für Privatanleger, aber einen Schutzmechanismus: Wollen nicht kundige Anleger mehr als 1.000 € oder mehr als 5 % ihres Nettovermögens in ein einzelnes Projekt investieren, müssen sie einen Risikohinweis ausdrücklich bestätigen. Einzelne Plattformen setzen eigene Höchstgrenzen, bei Dagobertinvest etwa 100.000 € pro Anleger.

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