P2P-Plattformen mit Zweitmarkt: Kredite vorzeitig verkaufen
Ein Zweitmarkt (Sekundärmarkt) erlaubt Ihnen, Kredite auf einer P2P-Plattform vor dem Laufzeitende an andere Anleger zu verkaufen. Crowdlending-Kredite laufen je nach Segment von wenigen Monaten bis zu mehreren Jahren. Ohne Zweitmarkt sind Sie bis zur Fälligkeit gebunden. Mit Zweitmarkt stellen Sie Ihre Positionen ein, legen einen Preis fest, zum Nennwert, mit Abschlag oder mit Aufschlag, und steigen vorzeitig aus, sofern sich ein Käufer findet.
Viele große Plattformen werben inzwischen mit einem Zweitmarkt, doch die tatsächliche Liquidität unterscheidet sich enorm. Auf großen Marktplätzen lassen sich laufende Kredite in ruhigen Zeiten meist schnell mit kleinem Abschlag verkaufen. Auf kleineren Plattformen kann der Zweitmarkt wochenlang praktisch stillstehen. Und in Krisen trocknet er fast überall aus: Notes des Kreditgebers Nera Capital fanden auf Mintos 2026 laut Berichten selbst mit 30 % Abschlag kaum Käufer.
So bewerten Sie einen Zweitmarkt
Achten Sie auf drei Dinge: veröffentlichte Zahlen zum tatsächlichen Handelsvolumen, die Gebühren für Verkauf oder Kauf und die Möglichkeit, Kredite unter Nennwert anzubieten. Ohne Abschläge lassen sich verspätete Kredite praktisch nicht handeln.
Zusammengesetzt aus verifizierten Anlegerbewertungen, redaktioneller Prüfung und regulatorischem Status.
- Rendite p. a.
- 9,2%
- Volumen
- €13000M
- Rendite p. a.
- 9,9%
- Volumen
- €1380M
- Rendite p. a.
- 11,0%
- Volumen
- €3543M
- Rendite p. a.
- —
- Volumen
- 380M
- Rendite p. a.
- 12,0%
- Volumen
- €37M
- Rendite p. a.
- 15,0%
- Volumen
- 821M
- Rendite p. a.
- 9,0%
- Volumen
- —
- Rendite p. a.
- 10,0%
- Volumen
- €952M
- Rendite p. a.
- 9,0%
- Volumen
- 1170M
Diese Rangliste enthält Werbung und Affiliate-Links; kommerzielle Partnerschaften beeinflussen die Platzierungen und Bewertungen.
- Vorzeitiger Ausstieg vor Laufzeitende möglich
- Portfolio lässt sich umschichten, wenn sich Ihre Risikoeinschätzung ändert
- Käufer können Kredite mit Abschlag günstig erwerben
- Liquidität ist oft gering, lange Wartezeiten sind häufig
- Schneller Verkauf meist nur mit Abschlag möglich
- Verkaufsgebühren schmälern die Rendite
- Verspätete oder ausgefallene Kredite lassen sich oft nicht oder nur mit hohem Abschlag handeln
- In Krisen trocknet der Handel fast vollständig aus
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Tatsächliche Liquidität
Die Existenz eines Zweitmarkts sagt wenig. Wichtig ist, wie viele Angebote es gibt, wie schnell sie verkauft werden und zu welchen Preisen. Schauen Sie sich die aktuellen Angebote an: Hunderte Kredite mit hohen Abschlägen deuten darauf hin, dass viele Anleger raus wollen und wenige kaufen.
Gebühren
Viele Plattformen verlangen beim Verkauf eine Gebühr auf den Verkaufsbetrag. Bei Mintos sind es 0,85 %, der Kauf ist kostenlos. Andere Anbieter verzichten ganz auf Gebühren oder berechnen sie nur in bestimmten Fällen. Rechnen Sie die Gebühr bei kurzen Restlaufzeiten gegen den Zinsertrag, den Sie aufgeben.
Preisgestaltung
Ein guter Zweitmarkt erlaubt Auf- und Abschläge. So können Sie Kredite schneller verkaufen, wenn Sie Geld brauchen, oder als Käufer günstig einsteigen. Achten Sie beim Kauf auf Aufschläge: Wer über Nennwert kauft, senkt seine Rendite, und fällt der Kredit aus, verliert er zusätzlich den Aufschlag.
Welche Kredite dürfen gehandelt werden?
Manche Plattformen erlauben nur den Verkauf laufender Kredite, andere auch verspäteter. Bei Kreditgebern in Schwierigkeiten werden Verkäufe oft ganz ausgesetzt. Prüfen Sie die Regeln, bevor Sie mit dem Zweitmarkt planen.
Automatischer Kauf
Einige Auto-Invest-Tools kaufen auch auf dem Zweitmarkt. Legen Sie dort einen maximalen Aufschlag fest, damit Sie keine überteuerten Positionen einsammeln.
Planung
Behandeln Sie den Zweitmarkt als Notausgang, nicht als eingeplanten Weg zu Ihrem Geld. Legen Sie nur Beträge an, die Sie bis zum Ende der Laufzeit entbehren können. Genau in den Momenten, in denen viele Anleger verkaufen wollen, fehlen die Käufer.
Steuern in Deutschland
Zinsen aus Crowdlending sind Einkünfte aus Kapitalvermögen: 25 % Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag, gegebenenfalls Kirchensteuer. Ausländische Plattformen behalten meist keine deutsche Steuer ein, Sie tragen die Erträge deshalb in die Anlage KAP ein. Ausgefallene Forderungen lassen sich seit dem Jahressteuergesetz 2024 wieder ohne Obergrenze mit anderen Kapitalerträgen verrechnen. Details im Ratgeber Crowdlending und Steuern.
Häufige Fragen.
Welche Gebühren fallen auf dem Zweitmarkt an?
Das ist je nach Plattform unterschiedlich. Häufig wird beim Verkauf eine Gebühr auf den Verkaufsbetrag fällig, bei Mintos zum Beispiel 0,85 %, während der Kauf kostenlos ist. Einige Plattformen verzichten ganz auf Gebühren oder erheben sie nur zeitweise. Hinzu kommt gegebenenfalls ein Abschlag, den Sie selbst festlegen, um schneller einen Käufer zu finden.
Wie schnell kann ich Kredite auf dem Zweitmarkt verkaufen?
In ruhigen Marktphasen lassen sich laufende Kredite auf großen Plattformen oft innerhalb von Stunden oder Tagen verkaufen. Auf kleinen Plattformen kann es Wochen dauern. In Krisen, etwa wenn ein Kreditgeber in Schwierigkeiten gerät, finden sich oft selbst mit hohem Abschlag kaum Käufer. Eine Garantie auf einen Verkauf gibt es nicht.
Kann ich verspätete Kredite verkaufen?
Manchmal. Einige Plattformen erlauben den Handel verspäteter Kredite, meist nur mit deutlichem Abschlag. Andere sperren den Verkauf, sobald ein Kredit im Verzug ist oder der Kreditgeber als ausgesetzt gilt. Wer auf den Zweitmarkt als Ausstieg setzt, sollte die Regeln der jeweiligen Plattform vorher kennen.
Lohnt sich der Kauf von Krediten mit Abschlag?
Das kann sich lohnen, wenn der Kredit regulär zurückgezahlt wird, denn dann steigt Ihre Rendite durch den günstigeren Einstiegspreis. Hohe Abschläge haben aber meist einen Grund, etwa Zahlungsverzug oder Probleme beim Kreditgeber. Prüfen Sie deshalb Status, Kreditgeber und Rückkaufbedingungen, bevor Sie günstig kaufen.
Wie wird ein Verkauf auf dem Zweitmarkt versteuert?
Aufgelaufene Zinsen, die beim Verkauf mitbezahlt werden, sowie Kursgewinne sind Einkünfte aus Kapitalvermögen mit 25 % Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag. Verluste aus Verkäufen mit Abschlag können Sie mit anderen Kapitalerträgen verrechnen. Bei ausländischen Plattformen tragen Sie Gewinne und Verluste in der Anlage KAP ein. Bewahren Sie die Kontoauszüge der Plattform gut auf.