Crowdlending-Risiken sind Verluste, die der Zins nicht sicher deckt: Kreditnehmer-, Originator- und Plattformausfall, Kapitalbindung, Wechselkurse, Betrug, Steuern und bei Nachrangdarlehen der Totalverlust. Laut Stiftung Warentest drohen oder trafen bei gut einem Fünftel von 2.760 deutschen Crowd-Angeboten (2015 bis 2022) Total- oder Teilausfälle.
Acht Crowdlending-Risiken im Überblick: Wirkung, Schutz und Verlustträger
Die Tabelle beginnt mit den Risiken, die jedes Marktplatz-Portfolio berühren, und endet beim Nachrangdarlehen als eigenem Produkttyp. Unter Crowdlending versteht die BaFin einen nicht nachrangigen Kredit, unter Crowdinvesting meist ein Nachrangdarlehen. Die Begriffe erklärt der Beitrag zur Terminologie.
| Risiko | Wirkung beim Anleger | Übliche Schutzmaßnahme | Wer trägt den Verlust |
|---|---|---|---|
| Kreditnehmerausfall | Zins und Tilgung eines Kredits bleiben aus; der Verlust steht erst nach der Verwertung fest | Viele Kreditanteile, Sicherheiten, Rückkaufgarantie | Anleger, bei Rückkaufgarantie zunächst der Originator |
| Originatorausfall | Rückkaufgarantie und Inkasso des Kreditbestands fallen weg | Obergrenze je Originator, Konzerngarantie, mehrere Länder | Anleger |
| Plattformausfall | Verwaltung und Auszahlungen stocken; Forderungen laufen über den Insolvenzverwalter | Mehrere Plattformen, Eintrag im ESMA-Register | Anleger |
| Liquiditätsrisiko | Kapital bleibt bis zur Fälligkeit gebunden; ein Verkauf braucht einen Käufer und kostet Abschlag | Laufzeit einplanen, Reserve außerhalb der Anlage | Anleger |
| Währungsrisiko | Abwertung senkt den Euro-Wert eines Kredits in Fremdwährung | Kredite in Euro, Fremdwährungsanteil begrenzen | Anleger; bei abweichender Angebotswährung zunächst der Originator |
| Betrug und Governance | Falsche Angaben, Interessenkonflikte, fehlende Jahresabschlüsse | Register, Unternehmensregister, Informationsblatt | Anleger |
| Steuer und Regulierung | Quellensteuer, Erklärungspflicht, Verluste nur mit Kapitalerträgen verrechenbar | Steuerbescheinigungen sichern, Erklärung abgeben | Anleger |
| Nachrangdarlehen (Immobilien-Crowdinvesting) | Zins und Rückzahlung dürfen ausbleiben, wenn sie das Unternehmen in die Insolvenz führen würden | Betrag je Projekt begrenzen, VIB und Jahresabschluss lesen | Anleger |
Kreditnehmerausfall: Verlustrate, Besicherung und Streuung
Beim Kreditnehmerausfall zahlt ein einzelner Schuldner Zins und Tilgung nicht mehr, und die beworbene Bruttorendite verdeckt, wie viel davon verloren geht. Mintos veröffentlicht beide Größen für alle Kredite der Plattform. Im Jahr 2020 standen 10,6 % Bruttorendite einer Verlustrate von 6,3 % gegenüber, die Rendite nach Verlusten lag bei 4,3 %. 2021 verbuchte Mintos 9,7 % brutto bei 3,6 % Verlust. 2022 dagegen lag die Verlustrate mit 8,2 % über der Bruttorendite von 7,1 %, was eine Rendite nach Verlusten von −1,2 % ergab. Für 2023 und 2024 weist Mintos bei 10,4 % und 9,3 % Bruttorendite jeweils 0,0 % Verlust aus. Boni und Gebühren fehlen in dieser Rechnung, und als Ursachen nennt Mintos Covid-19 (2020) und den Krieg in Russland und der Ukraine (2022).
Ein Teil dieser Verluste stammt von ausgesetzten Originatoren, deren Kredite Mintos nach eigenen Recovery-Schätzungen abgeschrieben hat.
Sicherheiten senken den Verlust je Ausfall, verlängern jedoch die Verwertung. Viele Kreditanteile schützen gegen Einzelausfälle, und Mintos setzt in seinen Diversifikationskriterien mindestens 100 an.
Trifft ein Ereignis einen ganzen Originator oder ein ganzes Land, hilft die Streuung über einzelne Kredite jedoch kaum.
Originatorausfall: Grenzen von Rückkaufgarantie und Konzerngarantie
Fällt ein Originator aus, also das Unternehmen, das die Kredite vergibt und die Rückkaufgarantie gibt, bricht der Schutz gegen Kreditnehmerausfall in seinem Bestand weg. Auf PeerBerry muss der Originator einen Kredit bei mehr als 60 Tagen Verzug zum vollen Wert samt Zinsen zurückkaufen, auf Mintos gilt dieselbe Frist. Mintos nennt die Verpflichtung allerdings selbst nur so gut wie das Unternehmen, das sie eingeht. Bei Zahlungsunfähigkeit des Originators kann Mintos die Verwaltung über einen externen Inkassodienst übernehmen.
So setzte Mintos im April 2021 den ukrainischen Originator E-Cash aus Primär- und Sekundärmarkt aus, nachdem dieser sieben Tage lang keine Zahlungen weitergeleitet und seine Abwicklung angekündigt hatte. Betroffen waren 11.516 Anleger. Nach einem außergerichtlichen Vergleich meldete Mintos die Recovery im September 2021 als abgeschlossen. Die Recovery-Quote lag bei 35 %. Im Mai hatte Mintos unter 25 % erwartet.
Am 24. Februar 2022 nahm Mintos dann die Kredite von acht russischen und ukrainischen Originatoren aus dem Primärmarkt; bestehende Anlagen erschienen als nicht auszahlbar, Verkäufe blieben im Sekundärmarkt möglich.
Eine Konzerngarantie verpflichtet Gesellschaften derselben Gruppe, füreinander einzustehen. PeerBerry weist sie in der Originator-Übersicht nur für die Gruppen Aventus und Gofingo aus. Laut PeerBerry zahlten beide Gruppen zwischen dem 24. Februar 2022 und dem 16. Dezember 2024 kriegsbetroffene Kredite über 51,4 Mio. € samt Zinsen zurück. Zugleich räumt die Plattform ein, dass höhere Gewalt Rückkauf- und Konzerngarantie beeinträchtigen kann.
Die Diversifikationskriterien von Mintos setzen höchstens 20 % je Originator, 50 % für fünf Originatoren zusammen, 33 % je Land und 50 % für drei Länder zusammen an.
Plattformausfall: Insolvenzverwalter, Fortführungsplan und Eigenmittel nach ECSPR
Mit dem Ausfall einer Plattform stockt die Verwaltung der Kredite, und Anleger melden ihre Forderungen beim Insolvenzverwalter an. So lief es bei den estnischen Plattformen Envestio und Kuetzal. Anleger schlugen im Januar 2020 Alarm, weil Envestio scheinbar den Betrieb eingestellt hatte, während es rund 33 Mio. € Anlegergeld hielt. Im Juni 2020 wurden beide Plattformen für zahlungsunfähig erklärt.
Zopa dagegen kündigte an, sein P2P-Geschäft zu beenden. Die Zopa Bank werde das Portfolio kaufen, und Privatanleger sollten bis zum 31. Januar 2022 den vollen Wert ihrer Anlagen auf ihren Zopa-Konten erhalten.
Die europäische Crowdfunding-Verordnung ECSPR verlangt für die Zulassung einen Plan, der bei Ausfall der Plattform die Fortführung kritischer Dienste für bestehende Investments sichert (Art. 12 Abs. 2 lit. j). Ihre Geschäftsleitung überprüft ihn mindestens alle zwei Jahre (Art. 4 Abs. 3). Dazu kommen Eigenmittel oder eine Versicherung in Höhe des höheren Betrags aus 25.000 € und einem Viertel der Fixkosten des Vorjahres, bei Kreditvermittlung einschließlich drei Monaten Kreditverwaltung (Art. 11). Eine Rückzahlungsgarantie gehört nicht zu diesen Vorgaben. Wer Kapital auf mindestens zwei Plattformen verteilt und die Zulassung im ESMA-Register nachschlägt, begrenzt den Schaden eines einzelnen Ausfalls.
Liquiditätsrisiko: Kapitalbindung, Sekundärmarkt und Abschläge
Vorzeitig aussteigen können Anleger nur durch einen Verkauf an andere Anleger, über den Sekundärmarkt oder bei Mintos Core Loans über das gebührenfreie Cash-out. Im Sekundärmarkt setzt ein Verkauf einen Käufer voraus. Mintos erhebt dort 0,85 % auf jeden Verkauf und lässt Abschläge und Aufschläge zu. Ausgezahlt wird erst nach dem Kauf, und Mintos rät, sich auf das Halten bis zur Fälligkeit einzustellen.
PeerBerry startete seinen Sekundärmarkt am 15. Januar 2026; Angebote verfallen nach 14 Tagen, der Abschlag beträgt bis zu 50 %. Zudem lässt sich eine Anlage laut Hilfeseite erst 180 Tage nach dem Kauf verkaufen.
Nach Art. 25 ECSPR dürfen Plattformen ein Forum betreiben, auf dem Kunden Kauf- und Verkaufsinteressen anzeigen, ohne dass die Plattform Interessen intern zu einem Vertrag zusammenführt.
Währungsrisiko bei Krediten in Zloty, Peso, Tenge und Rubel
Ein Kredit in Fremdwährung verliert für Euro-Anleger an Wert, sobald die Währung fällt, auch wenn der Kreditnehmer pünktlich zahlt.
Beim Rubel notierte die EZB am 23. Februar 2022 einen Referenzkurs von 90,8791 Rubel je Euro, am 28. Februar 2022 einen von 115,4842. Eine Forderung im Rubel-Wert von 1.000 € war damit nach drei Handelstagen rund 787 € wert, ein Minus von 21 %.
Mintos-Originatoren vergeben Kredite meist in der Währung ihres Landes. Mintos tauscht derzeit CZK, EUR, GBP, KZT, MXN, PLN und SEK, USD nicht mehr. Steht ein Kredit auf Mintos in einer anderen Währung als der des Schuldners, trägt nach Angabe der Plattform zunächst der Originator das Wechselkursrisiko. Fällt die Kreditwährung stark, kann das seine Fähigkeit belasten, Rückzahlungen und Rückkäufe zu leisten.
Betrug und Governance: Interessenkonflikte, Jahresabschlüsse und Prüftiefe
Betrugs- und Governance-Risiken entstehen dort, wo Anleger Angaben von Plattform und Projektinhaber kaum unabhängig prüfen können. Die BaFin verweist darauf, dass Betreiber Projekte selbst auswählen und oft selbst bewerten, teils gegen Provision. Sie überprüft vermittelte Projekte und Projektträger nicht. Beim Vermögensanlagen-Informationsblatt (VIB) kontrolliert sie die gesetzlichen Vorgaben. Die Richtigkeit der Angaben bleibt ungeprüft.
Ein Warnsignal ist der Jahresabschluss: Gesellschaften mit Crowd-Vermögensanlagen müssen ihn sechs Monate nach Geschäftsjahresende beim Bundesanzeiger einreichen. Doch von 255 insolventen Gesellschaften kamen dem laut Finanztest im Jahr vor der Insolvenzanmeldung nur 18 nach.
Bei Envestio und Kuetzal leitete die estnische Polizei zwei Ermittlungsverfahren ein, und nach dem Zusammenbruch wurden Fragen laut, wem Kuetzal gehört und wer seine Kreditnehmer sind.
Gegen Interessenverflechtung schließt Art. 8 ECSPR Gesellschafter ab 20 %, Manager und Mitarbeiter der Plattform als Projektinhaber aus. Nach § 2a Abs. 5 VermAnlG sind Vermögensanlagen bei maßgeblicher Interessenverflechtung zwischen Emittent und Plattformbetreiber, etwa bei verbundenen Unternehmen, nicht zum öffentlichen Angebot zugelassen.
Steuer und Regulierung: Abgeltungsteuer, Quellensteuer und Verlustverrechnung
Zinsen aus Crowdlending sind in Deutschland Einkünfte aus Kapitalvermögen (§ 20 Abs. 1 Nr. 7 EStG) und unterliegen einem Steuersatz von 25 %. Ohne Einbehalt gibt der Anleger sie in der Einkommensteuererklärung an (§ 32d Abs. 1 und 3 EStG). Für deutsche Privatanleger nennt Mintos nach Bestätigung der EU/EWR-Steuerdaten 5 % Quellensteuer auf Zinsen aus Notes und Fractional Bonds.
Bei 1.000 € Zinsen behält Mintos 50 € ein. Nach deutschem Recht fallen 250 € an. Ausländische Steuer wird bis 25 % angerechnet (§ 32d Abs. 5 EStG), sodass noch 200 € nachzuzahlen sind, ohne Sparer-Pauschbetrag, Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer. Außerdem lassen sich Verluste aus Kapitalvermögen nur mit Kapitalerträgen verrechnen (§ 20 Abs. 6 EStG). Bei Nachrangdarlehen fehlt laut Finanztest eine Depotbank, die den endgültigen Ausfall bescheinigt. Mehr dazu im Steuerleitfaden.
Regulierung wirkt auf Anleger auch über den Marktaustritt: Zopa nannte gestiegene Regulierungskosten neben beschädigtem Kundenvertrauen und teurer Anlegerwerbung als Gründe für das Ende seines P2P-Geschäfts.
Nachrangdarlehen im Immobilien-Crowdinvesting: Totalverlust bei drohender Insolvenz
Ein Nachrangdarlehen kann vollständig ausfallen, weil sein Anspruch auf Zins und Rückzahlung in der Insolvenz erst nach allen anderen Gläubigern bedient wird und Zahlungen schon vorher ausbleiben können. Nach der BaFin darf das Unternehmen Rück- und Zinszahlungen verweigern, wenn sie zur Insolvenz führen würden, und das gesamte Nachrangkapital aufbrauchen, bevor es Insolvenz anmelden muss. Bei einem qualifizierten Nachrangdarlehen mit vorinsolvenzlicher Durchsetzungssperre entfällt der Rückzahlungsanspruch laut BaFin sogar vollständig, wenn die Rückzahlung den Insolvenzfall auslösen würde. Eine nachrangige Grundschuld schützt laut BaFin nicht vor dem Totalverlust, denn bei einem gescheiterten Projekt haben Anleger keinen Zugriff auf die Immobilie.
Beispielrechnung: Ein Projekt wird mit 3 Mio. € Bankkredit im ersten Rang und 1 Mio. € Nachrangdarlehen finanziert. Bringt die Verwertung 3,6 Mio. €, erhalten die Nachrangdarlehensgeber 0,6 Mio. €, also 60 %. Liegt der Erlös bei 3 Mio. € oder darunter, bleibt nichts.
Von den 2.760 Angeboten aus den Jahren 2015 bis 2022 zählte Finanztest bis Oktober 2023 zusammen 255 Insolvenzfälle und mehr als 300 Fälle mit verspäteten oder geringeren Zahlungen. Bei den 17 größten Betreibergruppen lief aktuell etwa jedes dritte Funding (rund 35 %) nicht nach Plan. Rendity stellte im Frühjahr 2026 den Betrieb ein. Am 14. September 2026 eröffnete das Handelsgericht Wien das Konkursverfahren über die Bojti Crowd Eins GmbH, die die Plattform betrieben hatte. Rund 38.000 Anleger hatten über Rendity in qualifizierte Nachrangdarlehen investiert.
ECSPR-Anlegerschutz: KIIS, Wissenstest, Verlustsimulation und ihre Grenzen
Die ECSPR (Verordnung (EU) 2020/1503, in Geltung seit dem 10. November 2021) verpflichtet Plattformen zu Information und Selbsteinschätzung für nicht kundige Anleger und enthält keine Absicherung gegen Verluste.
| Instrument | Vorschrift | Was es leistet | Grenze |
|---|---|---|---|
| Anlagebasisinformationsblatt (KIIS) | Art. 23 | Ein Blatt je Angebot, höchstens sechs A4-Seiten, mit Risikowarnung und dem Rat, höchstens 10 % des Reinvermögens einzusetzen | Von Behörden und ESMA weder geprüft noch genehmigt (Pflichthinweis Abs. 6 lit. b, keine Vorabgenehmigung nach Abs. 14) |
| Wissenstest | Art. 21 Abs. 1 bis 4 | Abfrage von Erfahrung, Anlageziel und finanzieller Lage, alle zwei Jahre wiederholt | Bei zu geringem Wissen folgt eine Warnung |
| Simulation der Verlusttragfähigkeit | Art. 21 Abs. 5 bis 7 | Zehn Prozent des Reinvermögens (ohne persönliches Vermögen, Anlagevermögen und Pensionsfonds), jährlich erneuert | Keine allgemeine Anlageobergrenze; über 1.000 € oder 5 % des Reinvermögens je Angebot gelten die Zusatzvoraussetzungen des Abs. 7 |
| Bedenkzeit | Art. 22 | Vier Kalendertage Widerruf ohne Begründung und ohne Strafe | Nur für nicht kundige Anleger, nur vor Vertragsabschluss |
| Ausfallraten | Art. 20 | Offenlegung für mindestens 36 Monate, jährlicher Bericht zu erwarteter und tatsächlicher Rate je Risikokategorie | Recovery-Quoten schreibt die Norm nicht vor |
Die ECSPR regelt die Vermittlung von Krediten und die Platzierung von Wertpapieren zur Finanzierung von Unternehmensprojekten. Ausgenommen sind Dienstleistungen an Projektinhaber, die Verbraucher sind (Art. 1 Abs. 2 lit. a), sowie Angebote über 5 Mio. € binnen zwölf Monaten (lit. c). Für Kredite an Verbraucher schreibt die ECSPR die Instrumente der Tabelle daher nicht vor.
Als Darlehen gilt eine Vereinbarung mit unbedingter Rückzahlungspflicht (Art. 2 Abs. 1 lit. b). Ein qualifiziertes Nachrangdarlehen mit Durchsetzungssperre beschreibt die BaFin anders. Danach entfällt der Rückzahlungsanspruch vollständig, falls schon die Zahlung den Insolvenzfall herbeiführen würde. Die Rückzahlungspflicht ist damit bedingt. Solche Angebote gehören laut BaFin zum Grauen Kapitalmarkt und werden überwiegend über Finanzanlagenvermittler vertrieben.
Prüfkriterien gegen Crowdlending-Risiken vor der ersten Anlage
Die folgenden Kriterien beschreiben, was sich vor einer Anlage nachprüfen lässt; sie sind keine Anlageberatung und keine Empfehlung einer Plattform.
- Produkttyp: Kredit mit unbedingter Rückzahlung oder Nachrangdarlehen, KIIS oder VIB.
- Zulassung: ESMA-Register oder Status als Finanzanlagenvermittler.
- Zahlen: Ausfall- und Verlustquoten über mindestens 36 Monate, Rendite nach Verlusten ausgewiesen.
- Originator: Der größte Originator liegt unter einer festen Obergrenze (Mintos: 20 %); Auslöser der Rückkaufgarantie und Garantiegeber der Konzerngarantie sind benannt.
- Land und Währung: Ein Land liegt unter 33 % (Kriterium von Mintos), der Fremdwährungsanteil ist bekannt.
- Sicherheit: Rang, Beleihungsauslauf und Verwertungsdauer.
- Ausstieg: Haltefrist, Gebühr und Abschläge im Sekundärmarkt.
- Emittent: Die Jahresabschlüsse liegen im Unternehmensregister.
- Betrag: Die Anlage bleibt innerhalb der Verlusttragfähigkeit, die die Simulation ergibt.
Zum Portfolioaufbau siehe den Beitrag zum Einstieg in Crowdfunding, zu häufigen Anfängerfehlern den Beitrag über die fünf typischen Fehler.
Fragen zu den Risiken beim Crowdlending
Kann ich beim Crowdlending mein gesamtes Geld verlieren?
Ja, bei einem einzelnen Projekt ist der Totalverlust möglich. Ein Nachrangdarlehen kann schon bei drohender Insolvenz des Emittenten wertlos werden. Auch die Rückkaufgarantie schützt nur, solange der Originator zahlungsfähig ist. Sie setzt erst ein, wenn ein Kredit mehr als 60 Tage im Verzug ist, und fällt mit dem Originator weg.
Ist Crowdlending durch die Einlagensicherung geschützt?
Nein. Laut KIIS-Risikowarnung deckt weder das Einlagensicherungssystem nach Richtlinie 2014/49/EU noch das Anlegerentschädigungssystem nach Richtlinie 97/9/EG die Anlage. Anders liegt es bei Mintos: Die Plattform ist Mitglied des lettischen Anlegerentschädigungssystems. Die Entschädigung bemisst sich nach den nicht erfüllten Verbindlichkeiten von Mintos gegenüber dem Anleger, höchstens 20.000 € (Art. 3 Abs. 1 Ieguldītāju aizsardzības likums, seit dem 1. Juli 2024 in dieser Fassung). Sie greift, wenn Mintos seine Pflichten nicht erfüllen kann. Verluste durch Kreditnehmer- oder Originatorausfall und durch Kursänderungen deckt sie laut Mintos nicht, ebenso wenig Kredite, die über Abtretungsverträge (Assignment) laufen. Professionelle Anleger sind ausgenommen (Mintos-Merkblatt, Stand 21.02.2025).
Wie viel darf ich höchstens in ein einzelnes Crowdinvesting-Projekt investieren?
Eine allgemeine Obergrenze kennt die ECSPR nicht. Investiert ein nicht kundiger Anleger mit einem einzelnen Angebot mehr als den höheren Betrag aus 1.000 € oder 5 % des Reinvermögens, muss die Plattform Risikowarnung, ausdrückliche Einwilligung und Verständnisnachweis sicherstellen (Art. 21 Abs. 7). Fehlt eine dieser Voraussetzungen, muss sie die Anlage nach ESMA Q&A 825 verhindern. Bei 40.000 € Reinvermögen liegt die Schwelle bei 2.000 €, bei 10.000 € bei 1.000 €. Für Vermögensanlagen mit Prospektbefreiung nach § 2a VermAnlG gilt je Emittent dagegen eine feste Grenze. Sie beträgt 1.000 €, mit Selbstauskunft über mindestens 100.000 € freies Vermögen 10.000 €, alternativ das Zweifache des durchschnittlichen monatlichen Nettoeinkommens, höchstens 25.000 €.
Wo sehe ich, ob ein Angebot unter die EU-Crowdfunding-Verordnung ECSPR fällt?
Ein zugelassener Schwarmfinanzierungsdienstleister steht im ESMA-Register und stellt je Angebot ein KIIS bereit. Bei Vermögensanlagen im Crowdinvesting liegt stattdessen ein VIB vor, dessen Hinterlegung die BaFin-Datenbanken zeigen.
Wie lange dauert es, bis Geld aus einem ausgefallenen Immobilienkredit zurückfließt?
Nach Angaben von Estateguru dauert es zwischen einigen Monaten und mehr als zwei Jahren. Ein Beispiel der Plattform: Ein litauisches Unternehmen lieh sich im Juni 2021 750.000 € und zahlte ab Ende 2022 keine Raten mehr. Die Anleger erhielten im März 2025 nach Abzug der Verwertungskosten ihr Kapital plus 7 % Jahresrendite.