P2P-Kredite 12 Min. Lesezeit · 6 Mai 2026 · Aktualisiert 1 Okt 2026

P2P-Kredite erklärt: Beteiligte, Verträge und Geldflüsse im Überblick

P2P-Kredite erklärt: Wer beteiligt ist, was Anleger vertraglich halten, wo das Geld liegt und was bei Plattform-Insolvenz gilt. Mit Strukturtabelle.

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P2P Germany-Redaktion
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P2P-Kredite sind Kredite, die Anleger über eine Plattform finanzieren, oft mit einem Originator dazwischen. Mintos fasst laut Blog vom Juni 2022 6 bis 20 Kredite zu einem Set von Notes zusammen, die eine Zweckgesellschaft ausgibt. Estateguru dagegen macht Anleger laut Darlehensbedingungen selbst zu Darlehensgebern.

Beteiligte an einem P2P-Kredit von Kreditnehmer bis Security Agent

Bei einem P2P-Kredit gibt es bis zu sechs Rollen, von denen eine einzelne Firma oft mehrere übernimmt.

  • Kreditnehmer: nimmt den Kredit auf und zahlt Zinsen und Raten. Er wendet sich direkt an einen Originator, denn Mintos vergibt keine Kredite.
  • Originator: vergibt den Kredit. Das Unternehmen (bei Mintos "Lending Company") zahlt ihn aus der eigenen Bilanz aus. Danach stellt es ihn auf die Plattform.
  • Plattform: führt Kreditnehmer- und Anlegerseite zusammen. Plattformen mit ECSPR-Zulassung dürfen sich nach Art. 8 Abs. 1 nicht selbst an Angeboten auf der eigenen Plattform beteiligen.
  • Anleger: Kapitalgeber, der je nach Modell eine Forderung, eine Note oder einen Darlehensvertrag hält.
  • Servicer: betreut den Kredit und leitet die eingezogenen Raten weiter. In der von Mintos beschriebenen direkten Notes-Struktur übernimmt der Originator weiterhin die Kreditverwaltung. Mintos weist darauf hin, dass Servicer und Originator in einzelnen Fällen unterschiedliche Unternehmen sein können.
  • Security Agent: hält und verwertet die Sicherheiten. Estateguru nutzt dafür mit der Estateguru Tagatisagent OÜ eine eigene Gesellschaft. Die Anleger bevollmächtigen sie in den Darlehensbedingungen, Sicherheitenverträge in ihrem Namen abzuschließen.

Wer am Ende zahlen muss, benennt die BaFin: Vertragspartner und Schuldner der Rendite ist der Emittent, also das Unternehmen, dem das Kapital zufließt. Zugleich weist die BaFin darauf hin, dass sie die vermittelten Projekte und Projektträger nicht überprüft. Der Beitrag Was ist Crowdlending liefert Einstieg und Definition.

Direktmodell und Originator-Modell bei Estateguru, Mintos und PeerBerry

Im Direktmodell ist der Anleger selbst Darlehensgeber, im Originator-Modell kauft er einen Anspruch, den ein anderes Unternehmen zuvor geschaffen hat.

Estateguru arbeitet im Direktmodell. Nach den Darlehensbedingungen verpflichtet sich der Darlehensgeber, dem Kreditnehmer einen Geldbetrag als Darlehen zu gewähren. Der Plattformbetreiber verwaltet den Kredit und tritt gegenüber dem Kreditnehmer als Vertreter des Darlehensgebers auf. Eine Hypothek sichert jeden Kredit zugunsten der Anleger. Ein Originator mit Rückkaufgarantie kommt in dieser Kette nicht vor.

Beim Originator-Modell sitzt zwischen Kreditnehmer und Anleger ein Unternehmen mit eigener Bilanz. Es sichert die Anlage häufig mit einer Rückkaufgarantie ab. Der Originator kauft bei Mintos einen Kredit zurück, sobald eine Zahlung mehr als 60 Tage verspätet ist, und zwar zum Nennwert samt Zinsen und Nebenforderungen. PeerBerry setzt dieselbe 60-Tage-Grenze. Ob die Rückkaufgarantie trägt, hängt am Originator. Mintos räumt selbst ein, dass ein insolventer Originator sie nicht erfüllen kann.

PeerBerry beschreibt für Aventus und Gofingo eine zusätzliche Konzerngarantie, nach der bei Insolvenz eines Unternehmens die übrigen Unternehmen beider Gruppen dessen Verbindlichkeiten decken. Das veröffentlichte Gofingo-Memorandum knüpft die Durchführung an einen bindenden Beschluss des Anteilseigners beziehungsweise wirtschaftlich Berechtigten; die garantierenden Unternehmen werden nach der finanziellen Lage ausgewählt. Den Ablauf vom Kreditantrag bis zum Rückkauf beschreibt der Beitrag zur Plattformmechanik.

Rechtsformen im Überblick: Notes, Abtretung, Direktdarlehen, Bankmodell und Nachrangdarlehen

Fünf Vertragsketten kommen bei P2P-Krediten und Crowdlending in Europa und Deutschland vor, und sie unterscheiden sich darin, wer verleiht und was der Anleger rechtlich hält.

Modell Wer verleiht Was der Anleger hält Wo das Risiko liegt Beispiel
Notes über Zweckgesellschaft Originator vergibt den Kredit, eine Zweckgesellschaft der Mintos-Gruppe erwirbt die Forderung oder gibt dem Originator einen besicherten Kredit Note der Zweckgesellschaft ohne direktes Recht auf die Forderungen Kreditnehmer; Originator (Rückkauf ab mehr als 60 Tagen Verzug); Zweckgesellschaft zahlt nur bei eingegangenen Beträgen Mintos, Notes seit 25.05.2022
Forderungsabtretung mit Rückkaufgarantie Originator vergibt den Kredit und tritt die Forderung ab Kreditanteil als abgetretene Forderung aus dem Kreditvertrag Kreditnehmer; Originator; bei Aventus und Gofingo zusätzlich Konzerngarantie PeerBerry; Mintos bis 30.06.2022 (Altbestand läuft aus)
Direktdarlehen mit Security Agent Anleger als Darlehensgeber, vertreten durch den Plattformbetreiber Darlehensforderung gegen den Kreditnehmer, Hypothek über den Security Agent Kreditnehmer und Verwertungserlös der Immobilie; Originator entfällt Estateguru
Bankmodell Kreditinstitut vergibt den Kredit und verkauft den Rückzahlungsanspruch Teilforderung per Kauf- und Abtretungsvertrag Kreditnehmer; Servicer, der die Raten einzieht auxmoney, Muster-Servicingvertrag von August 2020; Kredite laut FAQ von institutionellen Anlegern finanziert
Nachrangdarlehen Anleger an die Projektgesellschaft (Emittent) Nachrangige Darlehensforderung gegen den Emittenten Emittent; Nachrang im Insolvenzfall; bei vorinsolvenzlicher Durchsetzungssperre entfällt laut BaFin der Rückzahlungsanspruch, wenn durch die Rückzahlung der Insolvenzfall eintreten würde bettervest

Mintos stellte zum 1. Juli 2022 ganz auf Notes um, und Bestände aus Forderungsabtretungen, die vor dem 30. Juni erworben wurden, laufen bis zur Rückzahlung weiter. Ein Set fasst laut Mintos-Blog Kredite mit ähnlichen Eigenschaften zusammen. Im Basisprospekt steht, dass der Noteholder nicht selbst Gläubiger der Forderungen ist und die Emittentin erst zahlt, wenn sie Beträge vom Originator erhalten hat.

Die Verordnung (EU) 2020/1503 (ECSPR) gilt nach Angaben der EU-Kommission seit dem 10. November 2021 und erfasst Kredite und Wertpapiere zur Unternehmensfinanzierung. Mintos ist laut eigener Darstellung eine Wertpapierfirma nach MiFID II unter Aufsicht der Latvijas Banka. In Deutschland laufen Nachrangdarlehen nach der BaFin üblicherweise über das Vermögensanlagengesetz. Die meisten Crowdfunding-Plattformen arbeiten laut BaFin als Finanzanlagenvermittler nach der Gewerbeordnung und brauchen keine Aufsichtserlaubnis. Ihre Erlaubnis nach § 34f Abs. 1 GewO erfasst Anteile an Investmentvermögen und Vermögensanlagen im Sinne des Vermögensanlagengesetzes. Dagegen hat Exporo Invest die ECSPR-Erlaubnis der BaFin erhalten. Eine Marktübersicht bietet der Beitrag P2P-Kredite in Europa.

Verwahrung der Kundengelder und Rückfluss der Raten

Plattformen halten Anlegergeld über regulierte Zahlungswege, und Art. 10 ECSPR verpflichtet sie, ihre Kunden zu informieren, ob sie Zahlungsdienste selbst oder über Dritte erbringen. Der tatsächliche Erbringer muss Zahlungsdienstleister nach der Richtlinie (EU) 2015/2366 sein.

Plattform Wo das Geld vor der Anlage liegt Was die Bedingungen regeln
Mintos Sicherungskonten bei in der EU zugelassenen Banken und in qualifizierten Geldmarktfonds; Notes auf persönlichen Finanzinstrumentenkonten Mittel dienen nur Anlage- und Auszahlungsaufträgen sowie Gebühren (Investorenschutz, Sicherung)
PeerBerry Konto bei PEERBERRY d.o.o. (Kroatien), getrennt vom Eigenvermögen Anleger behält den Titel an den Mitteln, PeerBerry handelt als Bevollmächtigter (Nr. 4.6 der Nutzungsvereinbarung, Stand 12.02.2026)
Estateguru Zahlungskonten über die Zahlungsdienstleister Lemonway und LHV Betreiber hält Nutzergelder getrennt (Nr. 4.3), der Security Agent Weiterleitungsgelder auf einem Bankkonto im EWR (Nr. 12.4) (Nutzungsbedingungen, Stand 23.07.2026)
bettervest Treuhandkonto Nach Erreichen der Fundingschwelle können erste Auszahlungen an den Emittenten erfolgen (FAQ)

In die Gegenrichtung fließt das Geld über den Servicer: Bei den Mintos-Notes überweist der Originator die eingezogenen Raten an die Emittentin, die sie an die Noteholder ausschüttet, wie der Basisprospekt beschreibt.

Plattform-Insolvenz: Plan zur Geschäftsfortführung nach ECSPR Art. 12 und vertragliche Regeln

Für den Krisenfall verlangt Art. 12 Abs. 2 Buchst. j der Verordnung (EU) 2020/1503 schon im Zulassungsantrag einen Plan zur Geschäftsfortführung. Er legt Maßnahmen und Verfahren fest, die bei Ausfall der Plattform die Kontinuität entscheidender Dienstleistungen im Zusammenhang mit vorhandenen Anlagen und die ordnungsgemäße Durchführung der Vereinbarungen mit den Kunden sicherstellen.

Der Erwägungsgrund 25 nennt als Beispiele die weitere Verwaltung laufender Kredite, die Kundeninformation und die Übergabe der Verwahrung. Die Leitung muss den Plan nach Art. 4 Abs. 3 mindestens alle zwei Jahre überprüfen. Eine finanzielle Rückendeckung schreibt Art. 11 vor, nämlich mindestens 25.000 € oder ein Viertel der Fixkosten des Vorjahres, je nachdem, welcher Betrag höher ist. Zu den Fixkosten zählen bei Kreditvermittlung auch die Kosten für drei Monate Kreditverwaltung.

Nach Nr. 21.1 der Estateguru-Nutzungsbedingungen bleiben bereits abgeschlossene Kreditdokumente bei einer Insolvenz oder Betriebseinstellung des Plattformbetreibers wirksam, sofern der Darlehensvertrag nichts anderes vorsieht. Nr. 21.3 sieht Anweisungen vor, Zahlungen direkt an den Berechtigten zu leisten. In der PeerBerry-Nutzungsvereinbarung zahlt das Unternehmen den Guthabenbetrag aus (Nr. 15.1) und erklärt die Rechtsbeziehungen zwischen Anleger, Originator und Kreditnehmer für unberührt (Nr. 15.3). Nach Nr. 15.4 verpflichtet es sich, alle notwendigen Schritte zu unternehmen, damit ein Dritter die Verwaltung der Forderungen übernimmt. Die Klausel begründet eine Pflicht zu Bemühungen und lässt offen, ob ein Nachfolger tatsächlich einspringt.

Das Basisinformationsblatt für ECSPR-Angebote trägt zudem den Pflichttext, dass die Anlage weder von Einlagensicherungssystemen noch von Anlegerentschädigungssystemen nach Richtlinie 97/9/EG gedeckt ist (Art. 23 Abs. 6). Dagegen ist Mintos als Wertpapierfirma Mitglied eines lettischen Entschädigungssystems; die Höchstgrenze steht im FAQ.

Bonitätsprüfung: Mintos Risk Score, Originator-Kontrolle und ECSPR-Pflichten

Im Originator-Modell prüft der Originator den Kreditnehmer, und die Plattform bewertet das Kreditangebot des Originators. Mintos setzt dafür den Risk Score ein. Er bewertet laut Mintos das Risiko einer Anlage in Notes anhand von vier Teilwerten, die den zugrunde liegenden Krediten zugeordnet sind: Portfolioentwicklung, Effizienz der Kreditverwaltung, Stärke der Rückkaufgarantie und Kooperationsstruktur. Die Skala reicht von 10,0 für niedriges bis 1,0 für hohes Risiko. Nach einem Mintos-Blogbeitrag (Stand Januar 2023) prüft Mintos zusätzlich die Kreditbücher der Originatoren monatlich und überwacht sie per Schnittstelle in Echtzeit. Wird ein Originator auffällig, begrenzt Mintos zuerst sein Angebot, verlangt dann weniger Volumen, stoppt neue Kredite und setzt zuletzt die Plattformaktivität aus. PeerBerry bewertet seine Originatoren regelmäßig.

Legt die Plattform den Preis eines Angebots selbst fest, muss sie nach Art. 4 Abs. 4 ECSPR vorher das Kreditrisiko des Projekts oder Projektinhabers angemessen einschätzen. Art. 5 verlangt zusätzlich Mindestnachweise: keine Vorstrafen wegen Verstößen gegen Handels-, Insolvenz-, Finanzdienstleistungs-, Geldwäsche- oder Betrugsrecht und keinen Sitz in einem nicht kooperativen Staat oder einem Hochrisiko-Drittland. Bei einer individuellen Portfolioverwaltung muss die Plattform nach Art. 6 das Kreditrisiko je Projekt, je Portfolio und je Projektinhaber bewerten.

Bündelung und Diversifikation am Rechenbeispiel mit Mintos-Sets

Bündelung verteilt einen Betrag auf mehrere Kredite. Die Verteilung auf mehrere Originatoren bleibt Aufgabe des Anlegers. Der Mintos-Blog nennt einen Mindestbetrag von 50 € je Set (Stand Juni 2022). Bei Erstinvestitionen von jeweils mindestens 50 € am Primärmarkt erlaubt das mit 1.000 € höchstens 20 Sets. Am Zweitmarkt nennt die Mintos-Hilfe 1 € als Mindestbetrag eines Verkaufs, dort sind also kleinere Käufe möglich. Jede Investition beteiligt an allen Krediten des jeweiligen Sets, anteilig zum Kreditbetrag. Stammen alle 20 Sets vom selben Originator, teilen sich diese Kredite dennoch dieselbe Rückkaufgarantie. Fällt dieser Originator aus und wird kein Kredit zurückgekauft oder erlöst, sind bei einem Anteil von 25 % des Portfolios 250 € betroffen. Ein Portfolioanteil von 5 % macht 50 € aus.

Die Historische Performance von Mintos zeigt, wie sich solche Ausfälle auswirken. 2022 lag die Bruttorendite bei 7,1 % und die Rendite nach Verlusten bei minus 1,2 %. Dafür weist Mintos eine Verlustrate von 8,2 % aus und ordnet sie dem russisch-ukrainischen Krieg zu. 2023 lagen Bruttorendite und Rendite nach Verlusten gleichauf bei 10,4 %, 2024 bei 9,3 %. Die Rendite nach Verlusten definiert Mintos als annualisierte Bruttorendite abzüglich der annualisierten Verlustrate. Das Basisinformationsblatt rät zudem, höchstens 10 % des Reinvermögens in Crowdfunding-Projekte zu legen. Weitere Risikoquellen behandelt der Beitrag Crowdlending-Risiken.

Fünf Fragen zur Vertragskette vor der ersten Anlage

Das Basisinformationsblatt und die Nutzungsbedingungen einer Plattform beantworten fünf Strukturfragen, bevor Geld fließt.

  1. Wer schuldet mir Zins und Rückzahlung: der Kreditnehmer, der Originator, eine Zweckgesellschaft oder ein Emittent?
  2. Welches Recht halte ich am Ende: einen Kreditanteil, ein Wertpapier oder ein nachrangiges Darlehen?
  3. Schaltet der Anbieter eine Zweckgesellschaft dazwischen? Teil E von Anhang I betrifft Angaben zur Zweckgesellschaft; bei Angeboten zur Kreditvermittlung treten jedoch die Angaben nach Teil G an die Stelle der Teile D, E und F.
  4. Welche Sicherheiten, Garantien oder Rückkaufgarantien gibt es, und wer steht dahinter? Sicherungsgeber und Garantiegeber nennt Teil G Buchst. c des Anhangs ausdrücklich.
  5. Bei Zahlungsverzug und bei Plattform-Insolvenz muss feststehen, wer den Kredit verwaltet. Teil G Buchst. f fordert dazu Angaben, auch wenn der Projektinhaber seine Pflichten nicht erfüllt.

Für den Einstieg in Plattformwahl und erste Anlage führt der Leitfaden für Anleger weiter.

Häufige Fragen zu P2P-Krediten und ihrer Struktur

Habe ich als Anleger einen eigenen Vertrag mit dem Kreditnehmer?

Nur im Direktmodell. Estateguru-Anleger sind Darlehensgeber und damit selbst Partei des Kreditvertrags. PeerBerry-Anleger übernehmen per Abtretungsvertrag die Forderung des Originators. Bei Mintos-Notes gehören die Forderungen der Emittentin, und der Noteholder hat laut Basisprospekt keinen Anspruch gegen Kreditnehmer oder Originator.

Was ist die Zweckgesellschaft hinter den Mintos-Notes?

Laut Mintos ist sie ein hundertprozentiges Konzernunternehmen, das ausschließlich Notes ausgibt und kein anderes Geschäft betreibt. Der Basisprospekt nennt als Emittentin etwa die SIA Mintos Finance No.1, eine lettische GmbH.

Wie viel zahlt die Anlegerentschädigung bei Mintos maximal?

Mintos-Anleger können höchstens 20.000 € beanspruchen, und nur bis zur Höhe dessen, was Mintos ihnen noch schuldet. Die Entschädigung greift, wenn Mintos Geld oder Finanzinstrumente nicht zurückgeben kann. Kurs- und Liquiditätsverluste sowie schlechte Wertentwicklung deckt sie laut Mintos nicht. Geschützt sind Kleinanleger unabhängig von ihrem Wohnsitz. Schuldet Mintos einem Anleger 30.000 € und kann nichts davon zurückgeben, deckt die Entschädigung davon 20.000 €. Die Titel der Anleger an ihren Finanzinstrumenten bleiben laut Mintos-Hilfe auch in einem Insolvenzverfahren bestehen.

Worin unterscheidet sich ein Nachrangdarlehen von einem P2P-Kredit mit Rückkaufgarantie?

Beim Nachrangdarlehen treten Zins und Rückzahlung im Insolvenzfall hinter alle anderen Gläubiger zurück. Bei einem qualifizierten Nachrangdarlehen mit vorinsolvenzlicher Durchsetzungssperre entfällt nach Angabe der BaFin der Rückzahlungsanspruch vollständig, falls schon die Rückzahlung die Insolvenz auslösen würde. Dagegen verpflichtet die Rückkaufgarantie den Originator, den Kredit zurückzukaufen, und ihr Wert hängt an seiner Zahlungsfähigkeit.

Gilt die EU-Crowdfunding-Verordnung (ECSPR) für jeden P2P-Kredit?

Nein. Art. 1 Abs. 2 nimmt Kredite an Verbraucher im Sinne der Verbraucherkreditrichtlinie aus, ebenso Angebote eines Projektinhabers über 5 Mio. € binnen zwölf Monaten (Verordnungstext). Das ESMA-Register nach Art. 14 zeigt, ob eine Plattform zugelassen ist.

Wer treibt bei Zahlungsverzug die Raten ein?

In der Regel zieht der Originator die Raten ein; fällt er aus, kann Mintos die Einziehung über einen Inkassodienstleister organisieren, und bei Estateguru-Krediten übernimmt der Betreiber laut FAQ die Rückführung samt Verwertung der Sicherheit.

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